Gesellschaftswissenschaften und Ökonomie

Neben der Bewertung der technischen Machbarkeit und ökologischen Auswirkungen der Alkalinitätserhöhung (AE) ist auch die Untersuchung von sozioökonomischen Parametern Teil der Arbeiten in RETAKE. So werden z.B. Kosten und Energiebedarf für Abbau, Produktion, Transport und Einbringung von alkalischen Materialien in den Ozean der resultierenden CO2-Entnahme gegenübergestellt und im Hinblick auf den möglichen Beitrag zur Erreichung der Treibhausgasziele bewertet (AP1.1). 

Um das ökonomische und klimapolitische Potenzial von AE im Vergleich zu anderen Emissionsvermeidungsmaßnahmen und CDR (Carbon Dioxide Removal) Methoden einschätzen zu können, wird untersucht, wie AE in CO2-Gutschriften umgerechnet werden kann (AP3.3). 

Ein weiterer wichtiger gesellschaftswissenschaftlicher Aspekt ist die Abschätzung der Auswirkungen auf die globale Ernährungssicherheit und Verteilungsgerechtigkeit. Sollte AE die Produktivität von Fischbeständen verändern, hätte dies nicht nur regionale Auswirkungen, sondern würde aufgrund des globalen Handels weltweit die Nahrungsverfügbarkeit und die Fischereieinkommen beeinflussen. Aus diesem Grund werden in RETAKE mögliche direkte und indirekte Auswirkungen von AE auf die Fischerei, sowohl regional in Nord- und Ostsee, als auch global und im Hinblick auf die UN-Nachhaltigkeitsziele untersucht (AP3.4).